Was Google Ads wirklich kostet: Klickpreise, Budget und die Rechnung, die zählt

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Auf die Frage, was Google Ads kostet, gibt es eine ehrliche und eine bequeme Antwort. Die bequeme lautet: ab 500 Euro im Monat. Die ehrliche lautet: Das ist die falsche Frage. Google Ads kostet exakt so viel, wie du einzahlst. Entscheidend ist, was dabei herauskommt.

Trotzdem brauchst du für die Planung natürlich Zahlen. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie sich der Preis eines Klicks tatsächlich zusammensetzt, mit welchen Klickpreisen du in verschiedenen Branchen rechnen musst, welches Budget realistisch ist und welche Kosten neben dem Werbebudget noch anfallen.

Wie der Preis eines Klicks zustande kommt

Google Ads ist eine Auktion, aber keine, bei der einfach der Höchstbietende gewinnt. Bei jeder Suchanfrage berechnet Google in Sekundenbruchteilen einen Anzeigenrang aus deinem Gebot und der Qualität deiner Anzeige. Wer relevantere Anzeigen und passendere Zielseiten liefert, zahlt für dieselbe Position weniger.

Das ist der wichtigste Hebel überhaupt und gleichzeitig der, den die meisten ignorieren. Zwei Unternehmen können für dasselbe Keyword völlig unterschiedliche Klickpreise zahlen, allein weil das eine sauber strukturierte Kampagnen mit passenden Landingpages hat und das andere alle Keywords in eine Anzeigengruppe wirft und auf die Startseite verlinkt. Google fasst das im sogenannten Qualitätsfaktor zusammen, den du dir pro Keyword im Konto anzeigen lassen kannst. Enge Anzeigengruppen, passende Anzeigentexte und eigene Landingpages sind die Stellschrauben, die ihn nach oben bringen.

Ein zweiter Punkt, der oft überrascht: Du zahlst nie dein Maximalgebot, sondern nur so viel, wie nötig ist, um den Wettbewerber unter dir zu schlagen. Deshalb ist ein höheres Gebot nicht automatisch teurer, sondern verschafft dir oft nur bessere Sichtbarkeit zum gleichen Preis.

Womit du bei den Klickpreisen rechnen musst

Klickpreise unterscheiden sich massiv nach Branche, weil sie davon abhängen, wie viel ein gewonnener Kunde wert ist. Grobe Orientierung aus unserer Praxis für den deutschen Markt:

  • Lokales Handwerk und Dienstleistung: etwa 0,80 bis 3 Euro pro Klick
  • Onlinehandel: etwa 0,30 bis 1,50 Euro, abhängig von Marge und Wettbewerb
  • B2B und erklärungsbedürftige Leistungen: etwa 3 bis 12 Euro
  • Recht, Versicherung, Finanzen: gern auch 15 Euro und deutlich mehr

Diese Spannen sind Anhaltspunkte, keine Garantie. Innerhalb einer Branche macht die Formulierung des Keywords einen riesigen Unterschied. Wer auf einen sehr allgemeinen Begriff bietet, zahlt viel und bekommt Klicks von Menschen, die noch gar nichts kaufen wollen. Wer auf konkrete Anfragen mit Kaufabsicht bietet, zahlt pro Klick oft mehr, bekommt aber ungleich bessere Anfragen.

Die Rechnung, die wirklich zählt

Google Ads Kosten und Budget: Auswertung einer Kampagne am Laptop

Der Klickpreis allein sagt nichts aus. Was zählt, sind die Kosten pro Anfrage und am Ende die Kosten pro gewonnenem Kunden. Ein einfaches Beispiel aus einem Handwerksbetrieb:

100 Klicks zu je 2 Euro ergeben 200 Euro Werbekosten. Wenn 5 Prozent dieser Besucher das Formular ausfüllen, sind das 5 Anfragen, also 40 Euro pro Anfrage. Wird aus jeder dritten Anfrage ein Auftrag, kostet dich ein Kunde rund 120 Euro. Ob das gut oder schlecht ist, hängt einzig davon ab, was ein Kunde bei dir wert ist. Bei einem Auftragswert von 3.000 Euro ist es hervorragend. Bei 150 Euro Warenkorb ist es ein Verlustgeschäft.

Genau deshalb starten wir Ads-Projekte nie mit der Frage nach dem Budget, sondern mit der Frage, was ein Kunde wert sein darf. Alles andere ergibt sich daraus. Und es zeigt sofort, wo der größte Hebel liegt: Wenn du die Conversion-Rate deiner Landingpage von 2 auf 4 Prozent verdoppelst, halbieren sich deine Kosten pro Anfrage, ohne dass du einen Cent mehr an Google zahlst. Warum die Zielseite oft wichtiger ist als die Anzeige, zeigen wir auch im Beitrag Conversion-Rate und SEO.

Welches Budget realistisch ist

Es gibt eine Untergrenze, unterhalb derer Google Ads nicht funktioniert, und zwar aus einem statistischen Grund. Du brauchst genug Klicks, um überhaupt zu erkennen, welche Keywords und Anzeigen funktionieren. Bei 150 Euro Monatsbudget und 3 Euro Klickpreis sind das 50 Klicks im Monat. Aus so wenigen Daten lässt sich nichts ableiten, und die automatischen Gebotsstrategien von Google haben zu wenig Signale, um zu lernen.

Unsere Faustregel: Plane so viel Budget ein, dass du im Monat mindestens 15 bis 20 Anfragen erwarten kannst. Für einen lokalen Dienstleister landet man damit meist bei 500 bis 1.500 Euro monatlich, im B2B eher bei 1.500 bis 4.000 Euro. Wenn dieses Budget nicht darstellbar ist, ist Google Ads für den Moment vielleicht der falsche Kanal, und die Mittel sind in Suchmaschinenoptimierung oder einer besseren Website besser aufgehoben.

Wichtig ist außerdem der Zeithorizont. Die ersten vier bis sechs Wochen sind Lernphase, für die Kampagne und für dich. Wer nach zehn Tagen abbricht, weil noch kein Auftrag da ist, hat nur Lehrgeld gezahlt, ohne die Lektion mitzunehmen.

Die Kosten, die niemand einplant

Das Werbebudget ist nur ein Teil der Rechnung. Dazu kommen drei Posten, die in Angeboten gern fehlen.

Betreuung. Kampagnen brauchen laufende Arbeit: Suchbegriffe auswerten, schlechte ausschließen, Anzeigen testen, Gebote anpassen. Agenturen rechnen dafür meist einen Prozentsatz des Budgets oder eine Pauschale ab. Ohne diese Arbeit verbrennt eine Kampagne über die Monate spürbar Geld, weil Google auch für irrelevante Suchanfragen ausspielt.

Landingpages. Wer Anzeigen auf die Startseite schickt, verschenkt einen großen Teil des Budgets. Für die wichtigsten Kampagnen brauchst du eigene Zielseiten, die genau das Versprechen der Anzeige einlösen. Was solche Seiten leisten müssen, beschreiben wir unter Sales Funnel und Landingpages.

Messbarkeit. Ohne sauberes Conversion-Tracking weißt du nicht, welche Kampagne Anfragen bringt, und optimierst blind. Seit Browser und Cookie-Banner immer mehr blockieren, ist das aufwendiger geworden. Wie sich das lösen lässt, erklären wir auf unserer Seite zum Server-Side Tracking.

Woran du erkennst, dass du zu viel zahlst

Diese Warnsignale sehen wir bei fast jedem Konto, das wir übernehmen:

  • Im Suchbegriffe-Bericht stehen viele Anfragen, die nichts mit deinem Angebot zu tun haben
  • Es gibt kaum ausschließende Keywords
  • Alle Anzeigen führen auf die Startseite
  • Conversions werden gar nicht oder falsch gemessen, etwa jeder Seitenaufruf als Conversion
  • Das Display-Netzwerk läuft mit, ohne dass es jemand bewusst aktiviert hat

Jeder dieser Punkte kostet real Geld, und alle fünf zusammen können den Wirkungsgrad einer Kampagne halbieren. Weitere typische Stolperfallen haben wir vor einiger Zeit unter Fails in der Onlinewerbung gesammelt.

Fazit

Google Ads kostet, was du einzahlst, aber der Preis pro Klick ist beeinflussbar und der Preis pro Kunde noch viel mehr. Rechne vom Kundenwert rückwärts statt vom Budget vorwärts, plane genug ein, um überhaupt Daten zu bekommen, und investiere in Zielseiten und Tracking, bevor du das Budget erhöhst. Wenn du wissen willst, ob sich Google Ads für dein Angebot rechnet, schau dir unsere Leistungen im Online-Marketing an oder stell direkt eine Projektanfrage. Die offiziellen Grundlagen zur Auktion findest du außerdem in der Google Ads Hilfe.