Google Ads oder Meta Ads, das ist die Frage, mit der fast jedes Gespräch über bezahlte Werbung beginnt. Die Antwort hängt an einem einzigen Unterschied, und wenn man den verstanden hat, erledigt sich die Diskussion meistens von selbst.
Bei Google suchen Menschen aktiv nach einer Lösung. Bei Facebook und Instagram tun sie das nicht, dort erwischst du sie mitten in etwas anderem. Der eine Kanal greift bestehende Nachfrage ab, der andere erzeugt sie erst. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wann welcher Kanal der richtige ist, was beide kosten und warum die Kombination oft besser funktioniert als die Entscheidung für eines von beiden.
Der entscheidende Unterschied
Wer bei Google „Zahnarzt Berlin Mitte Angstpatient“ eingibt, hat ein konkretes Problem und sucht eine Lösung. Diese Person muss man nicht überzeugen, dass sie einen Zahnarzt braucht. Man muss nur der Anbieter sein, den sie findet und dem sie vertraut. Deshalb funktionieren Suchanzeigen so direkt: kurze Wege von der Anzeige zur Anfrage.
Wer dagegen abends durch Instagram scrollt, sucht nichts. Er lässt sich unterhalten. Deine Anzeige ist eine Unterbrechung, und sie funktioniert nur, wenn sie in den ersten Sekunden interessant genug ist. Dafür kannst du hier Menschen erreichen, die noch gar nicht wissen, dass es dein Angebot gibt. Bei Google findest du nur, wer schon sucht.
Daraus folgt die einfachste Entscheidungsregel, die wir kennen: Gibt es für dein Angebot eine relevante Anzahl an Suchanfragen, fang mit Google an. Gibt es sie nicht, weil dein Produkt neu, erklärungsbedürftig oder emotional ist, fang mit Meta an.
Wann Google Ads die bessere Wahl ist
- Dringender Bedarf. Handwerk im Notfall, Reparaturen, Rechtsberatung, medizinische Leistungen. Hier wird gesucht, und zwar sofort.
- Etablierte Produktkategorien. Wenn Menschen den Begriff für dein Produkt kennen und eingeben, ist Google der direkteste Weg.
- Lokale Dienstleistungen. Die Kombination aus Suchbegriff und Standort ist bei Google unschlagbar präzise.
- Ersatzteile und Spezialbedarf. Wer eine bestimmte Komponente sucht, gibt genau diese Bezeichnung ein. Bei einem Spezialisten wie Toni’s Einspritzpumpenservice mit tausenden Ersatzteilen ist die Suche der natürliche Einstieg.
Wann Meta Ads besser funktionieren
- Visuelle und emotionale Angebote. Reisen, Ferienunterkünfte, Gastronomie, Mode, Kosmetik. Ein Ferienhaus mit Pool verkauft sich über ein Bild, nicht über einen Suchbegriff.
- Neue Angebote ohne Suchvolumen. Wenn niemand nach deiner Lösung sucht, weil sie noch niemand kennt, musst du die Nachfrage erst erzeugen.
- Scharf umrissene Zielgruppen. Interessen, Verhalten, Lebensereignisse. Bei Google kannst du nur auf das reagieren, was jemand eintippt.
- Retargeting. Besucher, die nicht angefragt haben, lassen sich über Meta günstig und wirksam erneut ansprechen.
Was beide kosten
Ein Klick bei Meta ist fast immer günstiger als bei Google, oft um den Faktor drei bis zehn. Das klingt nach einem klaren Sieger, ist aber irreführend. Der Google-Klick kommt von jemandem, der aktiv sucht, und führt deshalb deutlich häufiger zu einer Anfrage. Der Meta-Klick kommt von jemandem, der eigentlich Katzenvideos sehen wollte.
Vergleichen darfst du also nur die Kosten pro Anfrage oder besser pro gewonnenem Kunden. In unserer Erfahrung liegen beide Kanäle dabei oft näher beieinander als erwartet, mit einem wichtigen Unterschied: Bei Google ist der Weg kürzer, bei Meta braucht es meist mehrere Kontakte, bis jemand handelt. Wie du beim Budget vom Kundenwert rückwärts rechnest, haben wir im Beitrag Was Google Ads wirklich kostet beschrieben.
Warum die Kombination meist gewinnt
In der Praxis stellen wir die Frage selten als Entweder-oder. Die beiden Kanäle bearbeiten unterschiedliche Phasen derselben Kundenreise, und genau deshalb ergänzen sie sich.
Ein typischer Aufbau sieht so aus: Meta erzeugt Aufmerksamkeit bei Menschen, die dein Angebot noch nicht kennen. Ein Teil davon besucht die Website. Wer nicht anfragt, wird über Retargeting erneut angesprochen. Und wer später aktiv nach dir oder deiner Leistung sucht, findet dich über Google Ads und die organischen Ergebnisse. Der Kanal, der die Anfrage einsammelt, bekommt in der Statistik die Gutschrift, obwohl der erste Kontakt woanders stattfand.
Genau deshalb ist sauberes Tracking so wichtig. Ohne Blick auf die gesamte Kette schaltest du im Zweifel den Kanal ab, der die Nachfrage überhaupt erst erzeugt hat. Wie sich Kampagnen trotz Cookie-Beschränkungen belastbar messen lassen, erklären wir unter Server-Side Tracking, und wie eine solche Strecke im B2B aussieht, im Beitrag zur B2B-Leadgenerierung.
Womit du anfangen solltest
Wenn das Budget für beides nicht reicht, und das ist am Anfang meistens so, entscheide nach diesen drei Fragen:
- Sucht jemand nach dem, was du anbietest? Prüf das im Keyword-Planer. Wenn ja, starte mit Google.
- Lässt sich dein Angebot in einem Bild oder kurzen Video zeigen? Wenn ja, hast du bei Meta gute Karten.
- Wie lang ist deine Entscheidungsdauer? Kurz und dringend spricht für Google, lang und beratungsintensiv für einen Aufbau über Meta plus Retargeting.
Und unabhängig vom Kanal gilt: Erst muss die Zielseite stehen. Wer Werbebudget auf eine Website schickt, die nicht überzeugt, macht das Problem nur teurer sichtbar. Was dabei häufig schiefgeht, zeigen wir unter Aus Besuchern mehr Kunden generieren.
Fazit
Google Ads greift bestehende Nachfrage ab, Meta Ads erzeugen neue. Wer gesucht wird, startet bei Google. Wer visuell überzeugt oder erst bekannt werden muss, startet bei Meta. Wer beides kann und sauber misst, kombiniert sie und lässt die Kanäle einander zuarbeiten. Wenn du unsicher bist, welcher Weg zu deinem Angebot passt, schau dir unsere Online-Marketing-Leistungen an oder stell uns dein Projekt vor.