Sascha Döschner, Jahrgang 1980, wuchs in einer Umgebung auf, in der Technologie keine Theorie war, sondern gelebte Praxis. Sein Vater entwickelte bereits in den frühen 1980er-Jahren eigene Computersysteme – von der Schaltplanerstellung über das Ätzen von Leiterplatten bis zum Beschreiben von EPROMs. In dieser privaten Computerwerkstatt sammelte Sascha seine ersten Erfahrungen in der Hard- und Softwareentwicklung.
Was als Verkauf von Computerteilen auf dem Schulhof mit selbst gedruckten Katalogen begann, entwickelte sich rasch zu einem ernsthaften Geschäft. Die Nachfrage war so groß, dass Sascha im Alter von 17 Jahren für voll geschäftsfähig erklärt wurde und sein erstes Unternehmen gründete. Dieses Unternehmen verkaufte Hardware und baute individuelle Computersysteme, die auf Windows 95 liefen. Im Vergleich zu Systemen von HP, Compaq oder VOBIS zeichneten sich diese Rechner durch eine deutlich höhere Stabilität aus – ein Qualitätsmerkmal, das schnell Unternehmenskunden anzog.
Als Dell in den USA begann, Computer über das damals noch junge Internet zu verkaufen, erkannte Sascha die Möglichkeiten dieser Entwicklung. Er stellte einen der ersten deutschen Webshops online, über den Computersysteme direkt bestellt werden konnten. Um das Geschäft weiter zu skalieren, suchte er Gespräche mit Banken – die mit dem Geschäftsmodell eines Hardwareversands über das Internet damals jedoch noch wenig anfangen konnten und auf eine fehlende formale Ausbildung als Voraussetzung für eine Kreditvergabe verwiesen.
Dieses Hindernis wurde zum Katalysator: Um das Jahr 2000 begann Sascha eine Ausbildung zum Fachinformatiker – als Mitglied des zweiten Ausbildungsjahrgangs in ganz Deutschland. So neu war dieser Beruf damals. In dieser Zeit erlernte er den Aufbau und die Verwaltung von Datenbanksystemen wie Oracle und Microsoft SQL Server sowie die Programmierung in C++, C#, COBOL, Java und Visual Basic.
Angestellt bei ICG Software in Berlin übernahm Sascha neben Kundenprojekten in der Softwareentwicklung (z.B. für ein Landesversorgungsamt) auch die Verantwortung für die Internetpräsenz des Unternehmens, die maßgeblich zum Geschäftserfolg beitrug. Nach seiner Ausbildung leistete er seinen Wehrdienst als Feldjäger in Stetten am kalten Markt, nahe der Schweizer Grenze. Das Angebot der Bundeswehr, intern in die Informatik zu wechseln, lehnte er damals ab.
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